Einleitung
Photovoltaikanlagen erzeugen Strom, wenn Sonnenlicht auf die Solarmodule trifft. Besonders an sonnigen Tagen kann die Stromproduktion hoch sein.
Der Energiebedarf eines Haushalts folgt jedoch häufig einem anderen zeitlichen Muster.
Viele Menschen sind tagsüber bei der Arbeit oder in der Schule. Erst am späten Nachmittag und am Abend werden zahlreiche elektrische Geräte gleichzeitig genutzt.
Ohne Batteriespeicher wird überschüssiger Solarstrom häufig ins öffentliche Netz eingespeist, während abends wieder Strom aus dem Netz bezogen werden muss.
Ein Batteriespeicher kann helfen, diese zeitliche Differenz zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen.
Dadurch lässt sich ein größerer Anteil des selbst erzeugten Solarstroms im eigenen Haushalt verwenden.
Was bedeutet Eigenverbrauch?
Als Eigenverbrauch wird der Anteil des erzeugten Solarstroms bezeichnet, der im eigenen Haushalt genutzt wird.
Dabei wird zwischen direktem und zeitversetztem Eigenverbrauch unterschieden.
Direkter Eigenverbrauch entsteht, wenn elektrische Geräte während der Solarstromproduktion betrieben werden.
Beispielsweise kann eine Waschmaschine tagsüber mit Strom aus der Photovoltaikanlage versorgt werden.
Zeitversetzter Eigenverbrauch wird durch einen Batteriespeicher ermöglicht.
Dabei wird überschüssige Energie zunächst gespeichert und später genutzt.
Je mehr Solarstrom selbst verwendet werden kann, desto weniger Netzstrom muss unter ansonsten gleichen Bedingungen eingekauft werden.
Warum entsteht überschüssiger Solarstrom?
Die Stromproduktion einer Photovoltaikanlage hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Dazu gehören Sonneneinstrahlung, Ausrichtung, Neigungswinkel, Temperatur und Verschattung der Solarmodule.
An sonnigen Tagen kann die Anlage insbesondere um die Mittagszeit hohe Leistungen erreichen.
Wenn gleichzeitig nur wenige elektrische Geräte betrieben werden, entsteht ein Stromüberschuss.
Ohne Batteriespeicher wird dieser Überschuss üblicherweise ins öffentliche Netz eingespeist, sofern die Anlage entsprechend angeschlossen und betrieben wird.
Mit einem Batteriespeicher kann ein Teil dieser Energie für einen späteren Verbrauch zurückgehalten werden.
Wie hilft ein Batteriespeicher am Abend?
Ein Batteriespeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf, solange geeignete Ladebedingungen bestehen.
Sobald die Photovoltaikanlage weniger Strom produziert als der Haushalt benötigt, kann das System gespeicherte Energie bereitstellen.
Das ist besonders in den Abendstunden interessant.
Zu dieser Zeit werden häufig Beleuchtung, Fernseher, Computer, Küchengeräte und weitere elektrische Verbraucher genutzt.
Ein ausreichend geladener Speicher kann einen Teil dieses Bedarfs decken.
Wie lange die gespeicherte Energie ausreicht, hängt von der nutzbaren Speicherkapazität und dem tatsächlichen Stromverbrauch ab.
Ein Batteriespeicher ersetzt deshalb nicht grundsätzlich den öffentlichen Netzanschluss.
Er kann jedoch den Bezug von Netzstrom reduzieren.
Eigenverbrauch und Autarkiegrad verstehen
Bei Photovoltaikanlagen werden häufig zwei unterschiedliche Kennzahlen verwendet.
Eigenverbrauchsquote
Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms im Haushalt genutzt wird.
Ein höherer Wert bedeutet, dass weniger erzeugter Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Autarkiegrad
Der Autarkiegrad zeigt, welcher Anteil des gesamten Stromverbrauchs durch die eigene Photovoltaikanlage und gegebenenfalls den Batteriespeicher gedeckt wird.
Beide Kennzahlen sind wichtig, beschreiben jedoch unterschiedliche Zusammenhänge.
Eine hohe Eigenverbrauchsquote bedeutet nicht automatisch, dass ein Haushalt vollständig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz ist.
Besonders in den Wintermonaten kann die Solarstromproduktion deutlich geringer ausfallen als im Sommer.
Wie lässt sich der Eigenverbrauch zusätzlich erhöhen?
Neben einem Batteriespeicher gibt es weitere Möglichkeiten, selbst erzeugten Solarstrom effizienter zu nutzen.
Elektrische Geräte tagsüber betreiben
Waschmaschinen, Geschirrspüler und andere geeignete Geräte können möglichst während sonnenreicher Stunden genutzt werden.
Viele moderne Haushaltsgeräte verfügen über Zeitprogramme, die eine flexible Steuerung ermöglichen.
Dadurch kann ein größerer Teil des Stromverbrauchs direkt durch die Photovoltaikanlage gedeckt werden.
Intelligentes Energiemanagement verwenden
Ein Energiemanagementsystem kann Stromerzeugung, Verbrauch und Speicherbetrieb überwachen.
Je nach Ausstattung lassen sich elektrische Verbraucher automatisch an die verfügbare Solarenergie anpassen.
Das kann beispielsweise bei Wärmepumpen, Warmwasserbereitung oder Elektrofahrzeugen sinnvoll sein.
Speichergröße richtig wählen
Ein Batteriespeicher sollte weder unnötig klein noch überdimensioniert sein.
Eine passende Kapazität ermöglicht es, regelmäßig überschüssigen Solarstrom aufzunehmen und später wieder abzugeben.
Die richtige Größe hängt vom Verbrauchsprofil und der Leistung der Photovoltaikanlage ab.
Welche Rolle spielt die Jahreszeit?
Die Menge des erzeugten Solarstroms verändert sich im Laufe des Jahres.
Während der Sommermonate stehen in Deutschland häufig längere Tage und mehr Sonnenstunden zur Verfügung.
Im Winter sind die Tage kürzer, und die Sonneneinstrahlung fällt oftmals geringer aus.
Ein Batteriespeicher kann nur die Energie bereitstellen, die zuvor eingespeichert wurde.
Er erzeugt selbst keinen zusätzlichen Strom.
Deshalb kann ein Speicher im Sommer häufiger vollständig geladen werden, während im Winter möglicherweise weniger überschüssige Energie zur Verfügung steht.
Diese saisonalen Unterschiede sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
Lohnt sich ein Batteriespeicher finanziell?
Ob ein Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab.
Besonders wichtig sind die Anschaffungskosten, die nutzbare Kapazität und der zusätzliche Eigenverbrauch.
Auch Strompreise, Einspeisevergütung, Speicherverluste und die erwartete Lebensdauer beeinflussen das Ergebnis.
Der wirtschaftliche Nutzen entsteht unter anderem dadurch, dass weniger Strom aus dem öffentlichen Netz eingekauft werden muss.
Gleichzeitig wird jedoch möglicherweise weniger Solarstrom gegen Vergütung eingespeist.
Daher sollten beide Effekte bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt werden.
Eine individuelle Analyse ist sinnvoller als pauschale Einsparversprechen.
Was ist bei der Installation zu beachten?
Ein Batteriespeicher sollte fachgerecht geplant und installiert werden.
Wichtige Punkte sind die Kompatibilität mit der Photovoltaikanlage, die elektrische Sicherheit, der geeignete Installationsort und die technischen Anforderungen des Herstellers.
Auch ausreichende Belüftung beziehungsweise die vom Hersteller vorgeschriebenen Umgebungsbedingungen müssen berücksichtigt werden.
Wer eine Notstromfunktion wünscht, sollte prüfen, ob das gewählte System diese unterstützt.
Nicht jeder Batteriespeicher kann bei einem Stromausfall automatisch Strom bereitstellen.
Fazit
Ein Batteriespeicher kann dabei helfen, selbst erzeugten Solarstrom auch am Abend und in anderen Zeiten mit geringer Sonneneinstrahlung zu nutzen.
Dadurch lassen sich der Eigenverbrauch erhöhen und der Bezug von Netzstrom reduzieren.
Die tatsächlichen Vorteile hängen jedoch von der Photovoltaikanlage, dem Stromverbrauch und der richtigen Speichergröße ab.